Kontrolliert biologischer Anbau, faire Bezahlung

 

GOTS Logo – Global Organic Textile Standard

Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist anerkannt als weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Die Global Organic Textile Standard International Working Group (die Gründer des Standards) besteht aus vier bekannten Mitgliedsorganisationen, i.e. OTA (USA), IVN (Deutschland), Soil Association (GB) und JOCA (Japan) sowie anderen internationalen Stakeholder-Organisationen und Experten. Sie gründeten den Standard mit einer ersten Verison 2005 und entwickeln alle drei Jahre eine neue Version (Hier ist die Version vom 1. März 2014).

Der Standard definiert hohe umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette (vom Rohstoffanbau bis zum Labeling) und fordert die Einhaltung von Sozialkriterien.

Der GOTS zertifiziert ausschließlich Produkte, die aus mindestens 70 % ökologisch erzeugten Naturfasern bestehen.

Da es derzeit technisch nahezu unmöglich ist, Textilien industriell ohne den Zusatz von Chemikalien herzustellen, definiert dieser Standard Kriterien für den Einsatz von natürlichen und chemischen Textilhilfsmitteln (wie z.B. Farbstoffe, Prozesschemikalien und Ausrüstungsmittel). Hierbei wird die Umweltbelastung reduziert und es dürfen nur minimale Rückstände auf den Textilien zurückbleiben.

GOTS arbeitet mit Positiv- und Negativlisten. Hier einige Beispiele für Chemikalien, die als „unzulässig“ eingestuft sind:

  • Weichmacher
  • Per- und polyflourierte Verbindungen (PFCs)
  • Genetisch veränderte Organismen (GVO)
  • Hormonell wirksame Substanzen

Falls chemische Zusatzstoffe eingesetzt werden, werden diese von Zertifizierern bewertet und müssen freigegeben werden.

Erlaubt sind ausschließlich natürliche und synthetischen Farb-und Hilfsstoffe.

Aber ein Kleidungsstück besteht oft auch aus Nicht-textilen Teilen (Reißverschluss, Knöpfe etc.). Bei den Zutaten ist der Einsatz folgender Stoffe verboten:

  • Asbest
  • Carbonfasern
  • Silberfasern
  • Chrom (z. B. als Bestandteil von Metall oder in der Ledergerbung, lediglich Edelstahl ist ausgenommen und erlaubt)
  • Nickel
  • Material von bedrohten Tier-, Pflanzen- oder Holzarten
  • Chlorierte Kunststoffe (z. B. PVC)

Außerdem müssen Betriebe über eine schriftliche Umweltpolitik verfügen und ein entsprechendes Umweltmanagementsystem eingerichtet haben, das eine Überwachung gewährleistet.

Und sogar beim Transport gibt es Vorschriften: ökologische Textilien müssen so gelagert und transportiert werden, dass eine Kontaminierung mit verbotenen Substanzen sowie eine Vermischung oder Vertauschung mit konventionellen Produkten oder Bestandteilen verhindert wird.

Verpackungsmaterial darf keine PVC (und ähnliches) enthalten und Papier muss aus recyceltem Material oder zertifiziert sein.

Der GOTS ist, was die sozialen Standards angeht, nicht der Spitzenreiter bei den Labels (vgl. Fair wair foundation= standard mit schwerpunkt faire Arbeitsbedingungen: http://www.fairwear.org/).

Folgenden Mindestanforderungen schließen aber zumindest unsoziale „Sweatshop“-Verhältnisse aus:

  • Die Beschäftigung ist freiwillig
  • Vereinigungsfreiheit und Recht auf Tarifverhandlungen
  • Sichere und hygienische Arbeitsbedingungen
  • Es wird keine Kinderarbeit verrichtet
  • Existenzsichernde Löhne
  • Keine überlangen Arbeitszeiten
  • Es erfolgt keine Diskriminierung
  • Es wird eine reguläre Anstellung angeboten
  • Grobe oder inhumane Behandlung ist nicht erlaubt
  • Sozialverantwortliches Management

Die Zertifizierung verläuft folgendermaßen:

Verarbeitungsbetriebe, Hersteller und Händler von GOTS-Waren müssen am GOTS-Zertifizierungsverfahren teilnehmen, das auf einem jährlichen Inspektionszyklus beruht (einschließlich möglicher unangekündigter Inspektionen, die sich nach der Risikobewertung der Betriebstätten richten).

Sie müssen ein gültiges Betriebszertifikat vorweisen, aus dem die zertifizierten Produkte/Produktgruppen sowie die Verarbeitungs-, Herstellungsschritte bzw. Handelstätigkeiten hervorgehen.

Hier seht Ihr an einem unserer Zertifikate, wie so etwas aussieht: